Viele dieser Geschichten werden sich um eine Familie in Österreich drehen. Die zweijüngste Schwester war in Hamburg auf Mission, die jüngste war mir wichtig und die ältere dieser drei lebt "auf dem Land". Das ist hinreichend ungenau...
Ein Sommer neigte sich dem Ende und ich sprach mit der Mutter der Familie und fragte, wie es geht. Sie sagte, daß sich die jüngste, nennen wir sie mal Astrid, im Urlaub wohl etwas eingefangen hat, was sie noch nicht vollständig auskuriert hat.
Zwei Wochen nach diesem Gespräch schrieb ich Astrid einen Brief, in dem ich vorschlug, wenn es notwendig wäre, ihr helfen würde oder es Sinn macht, würde ich zu ihr nach Östereich kommen und ihr ihre Kinder für eins / zwei Tage abnehmen.
Wieder zwei Wochen später rief ich sie wohl an und zum Ende des Gespräches hin fragte ich danach. Sie antwotete, daß sie dieses Angebot zwar für lieb, aber für unrealistisch hält.
Kurze Zeit später fragt mich meine Mutter, ob ich Lust hätte mit ihr nach München zu fliegen. Niki Lauda hätte eine funkelniegelnagelneue Boeing 777 / „triple seven“, die er erst in Hamburg und dann in München vorstellen wollte und jemand wäre auf die Idee gekommen, für diesen Flug billige Tickets anzubieten.
Nun, von München nach Österreich ist es ja nicht mehr weit. Daß meine Mutter die Zeit in einem Cafe verbrachte war vielleicht nicht das beste, aber ich stand bei der Familie vor der Tür, klingelte und als man fragte, sagte ich: "Hier steht ein unrealistische Mensch!"
Eine ähnliche Geschichte ereignete sich mit der älteren dieser drei Töchter mit dem Namen Solveig. Sie hatte sich einige Zeit zuvor telefonisch vollständig von mir abgemeldet. Nur irgendwann kam in mir der Wunsch auf, sie zu besuchen und nach dem Rechten zu sehen. Wieder kam postwendend meine Mutter um die Ecke, ob ich Lust hätte ihre Mutter aus dem Ostharz abzuholen.
Warum passt das?
Es gab damals das sogenannte "Guten Abend Ticket" der Deutschen Bahn: Normalerweise konnte man damit für kleines Geld ab 19 Uhr so weit durch Deutschland fahren, wie man konnte. Am Wochenende lag diese Startzeit aber schon bei 14 Uhr. Und wo konnte man um diese Zeit einsteigen um noch an dem Abend nach Österreich zu kommen? Göttingen! Also knapp gegenüber dem Ostharz. Die "Gnädigkeit" bestand darin, daß ich von München aus Solveig angerufen habe, daß ich auf dem Weg zu ihr bin.
Am Ende des Besuches fragte sie mich, woher ich wußte, daß sie erst kurze Zeit vorher wieder bereit war Besuch zu empfangen. Nun, ich denke, das wird wohl zu der Zeit gewesen sein, in der der Wusch in mir aufkam, sie zu besuchen.
Wieder fing es damit an, daß ich den Wunsch hatte, Solveig zu besuchen.
Ich hatte zu dieser Zeit grade wieder im Wachdienst angefangen und hatte aus dieser Quelle noch nicht den vollen Urlaubsanspruch. Mein Chef bei der REWE (Nebenjob, Getränkemarktkasse, mache ich immer noch) schmiß am Anfang des Jahres diese Woche, die ich dort mehr hatte, in den November hinein, damit das System nicht meckert, dort nimmt sowieso niemand Urlaub und ändern kann man das ja immer noch. So weit so gut.
Dann kam mein Wunsch, der Gedanke Solveig zu besuchen, nur wie? Dann kam der Dienstplan meines Hauptjobs heraus. Exakt in dieser Woche, die da bei der REWE eingetragen war: Donnerstag, Freitag frei, Samstag Schicht, Sonntag frei. Und noch bevor ich etwas sagen konnte schaut mir mein Kollege über die Schulter und fragt mich, ob er die Schicht am Samstag übernehmen soll, damit ich vier Tage am Stück frei habe.
Wo ist jetzt der dritte Part?
Solveigs Mann bekommt immer zu dieser Zeit Besuch aus München zum Musik machen, was ich aber voher nicht wusste. Später hat sie mir erzählt, daß, als ich ihr davon berichtete, daß ich komme, sie lachen musste. Das Wochenende war das letzte, wo dieser Besuch da war. Es passte also. Danach war dann wieder normales Leben für alle angesagt.
Ich arbeite im Wachdienst, damals als Zwei-Mann, bei der Bewachung eines größeren Bürokomplexes, bestehend aus drei Häusern. Verkürzt gesagt (Ich weiß also nicht mehr, wie wir darauf kamen.), sagte mir ein Kollege in einer dieser Nachtschichten, er könne nur dann an einen Gott glauben, wenn er sich vor ihn hinstellen würde und sagt: "Ich bin Gott, bete mich an". Das geht natürlich nicht (Entscheidungsfreiheit), aber daraus entspenn sich trotzdem eine lange Diskussion.
Zum Ende der Nacht kam dann noch das nicht so leicht von der Hand zu weisende Argument, "Wie soll das denn gehen, daß ein Gott sich einzelnd um jeden Menschen kümmern kann" (was sicherlich schwer vorzustellen ist, für einen Menschen). Mein Motivations- und Energielevel war im Gegensatz zu meiner Müdigkeit aber nicht mehr am wachsen, so sagte ich, "Wenn er diese Erde geplant hat, wird er sicher, wie auch ein guter Planer eines Computersystems (Kapazitätsanforderungen als Stichwort), eine Möglichkeit dazu planen und schaffen, daß das gelingt", hielt aber dann nur noch Positionsgefechte bis zum Feierabend, äh -morgen.
Zwei Wochen vorher hatte ich in der Gemeinde eine Ansprache gehalten. (Dies geschieht bei uns nicht durch einen Pastor oder so, sondern die Bischof- (Gemeindepräsident-) schaft bittet einzelne Mitglieder darum, eine Ansprache zu geben.) Ich hatte dabei "on the fly", also ohne das vorbereitet zu haben, spontan noch eine Aussage aus einer Ansprache eingebaut, die ich vor einiger Zeit gelesen hatte. Danach wollte ich eigentlich mal diese Stelle nochmal heraussuchen, um zu überprüfen, ob ich das richtig zitiert hatte und um nachzuweisen, woher dieser Gedanke kam. Dazu kam aber, daß ich die Menge an Ansprachen durchsortiert hatte, also eher etwas gemischt, wie ein Kartenspiel.
Einen gelben Ordner hatte ich in meinem Rucksack zum Lesen in der S-Bahn, wieder auf dem Weg zur Arbeit. Ich schlug diesen Ordner auf und hatte dann das Gefühl, jemand würde mir die flache Hand auf meinen Hinterkopf legen, ihn etwas nach vorne drücken und sagen "Das liest Du jetzt". "Ok ok...", dachte ich mit einem inneren Blick nach hinten/oben, nahm mir aber vorher einen Stift um die Stelle zu markieren. Es war genau der Paragraph, der Abschnitt, den ich in der Ansprache eingebaut hatte. Punktlandung.
In dieser Situation und Abfolge zeigt mir das ganz direkt, daß Gott wirklich alle Seine Kinder vor Augen hat und er mir das auf diesem Weg zeigen wollte (!). (Von einem Dank und ein Zeugnis für den Einsatz am Vorabend mal abgesehen.)
Ich hatte ein paar Male eine BahnCard100, reichlich teuer, aber für die Zeit in der sie galt, Freifahrt in (fast) allem, was sich in Deutschland auf Scheinen bewegt. Allein das ist schon "geil" (ein Wort, was ich sonst garnicht mag und selten benutze, weil es auch körperliche Emotion umfasst), aber wenn man dann noch merkt, wie Gott einen dazu einsetzt, Menschen zur rechten Zeit zu begegnen, das ist noch viel ..... unvorstellbarer.
Ich war in München, wollte eigentlich nach Memmingen (in Bayern), mir fiel aber ein anderer Zug auf, Richtung Mannheim. Ok, dachte ich, fahre ich besser mit dem und besuche eine Freundin in (Betonung) der Gegend. (Meine Frau weiß und billigt das. Danke dafür.) Im Zug erinnerte ich mich an eine andere Freundin von mir (Ich muß zugeben, ich komme mit weiblichen Wesen besser zurecht.), die ich mal in Berlin kennengelernt habe, jetzt im west-mittleren Teil der Republik wohnte und ich etwas vorher wieder mit Facebook Kontakt hatte. Ich hatte immer gesagt, ich komme mal vorbei und nehme Dich in den Arm. (Ich bin ein ausgewiesener Kampfknuddler und Hugging-Taliban.) Die Antwort darauf war "Jaja, irgendwann mal..." Die Begeisterung hielt sich etwas in Grenzen.
Ich rief sie an und sagte, "Ich bin morgen in der Gegend, soll ich vorbei kommen?" - "Oh Jaaaa...." war jetzt die Antwort. Was war passiert? Sie war grade im Krankenhaus, mit einer neuen Hüfte operiert, und hatte eine Bettnachbarin, die viel Besuch von ihren Freunden und Familie bekam. Daneben fühlte sie sich etwas einsam, gelinde gesagt. "Ok, alles klar. Wann?" - "So ab 14 Uhr, dann sind alle Ärzte durch und Anwendungen beendet." - "Gut, plus/minus eine Viertelstunde, sonst melde ich mich."
Am nächsten Morgen saß ich dann bei meiner Freundin im Südwesten und sie war dabei das zu tun, was sie gerne tut, wenn ich da bin: Erzählen... Ich hatte keine Ahnung über die aktuelle Uhrzeit oder wann genau die Züge fuhren, hatte aber dann zwischendurch das Gefühl, ich sollte jetzt los. Ich fragte sie, "Macht es Dir etwas aus, wenn ich jetzt losfahre? Ich komme sicher nochmal wieder", Sie war einverstanden und ich schaute auf Uhr und Fahrplan. Der Zug zum nächsten Hauptbahnhof ging in etwas mehr als 10 Minuten, also die Zeit die ich brauchte um mich zusammen zu sammeln und zum Bahnhof zu kommen. Und wann war ich dann im Krankenaus? Viertel nach zwei. Bingo. Ohne, wie gesagt, eine Ahnung über Uhrzeit und Fahrplan.
Ich hatte mal an einem Sonntag noch Urlaub und am Montag Dienstfrei, so fuhr ich noch zu einer Freundin in Zürich. (Ich weiß was sie jetzt denken. Aber niemand würde etwas zulassen, was gegen die Guten Gebote, wie man miteinander umgehen sollte, insbesondere zwischen Mann und Frau, sprechen würde!) Ich saß Montagmorgen mit meiner Gegenüber und wir unterhielten uns, da kam ein Anruf meines Chefs, ob ich abends eine Schicht übernehmen könne. Ich sagte ihm daß ich grade in Zürich war, ich aber dann losfahren werde und "ich melde mich, wenn weiß ob und wie ich ankomme", damit ich diese Schicht übernehmen kann. Ich unterhielt mich weiter, packte meine Sachen und war dabei mich "in Ruhe" zu verabschieden, da, so würde ich es beschreiben, drehte sich in mir ein Magnet kurz um. Ich legte also eine Gang zu und ging los.
Meine Freundin wohnt, in der Schweiz nicht ganz unüblich, aber für eine Hochhaussiedlung doch ungewöhnlich, auf einem Berg, für norddeutsche Verhältnisse. Ich trudelte also herunter und "fiel" grade in die hintere Tür eines grade ankommenden Gelenkbusses. Umsteigen in die Straßenbahn und auf dem Weg dann auf in die Fahrplan-App geguckt. Abfahrt nach Hamburg, nach Ankunft der Straßenbahn, in 10 Minuten. Und ich mußte mir ja noch für die Schweizer Strecke eine Fahrkarte kaufen. Später wäre also zu spät gewesen.
Zwei Wochen später war ich wieder in Zürich, saß wieder morgens mit einem meiner Lieblingsmenschen zusammen und wieder rief mein Chef an.
"Du rufst mich wieder in Zürich an." - "Was??? Du hast einen Tag frei und fährst nach Zürich????" - Ein Gedanke, den ich durchaus nachvollziehen kann, denkt man als normaler Mensch doch, das wäre eine "Weltreise". - "Wieso denn", war meine Antwort, "Wenn ich um 7 Uhr in Hamburg Feierabend habe, bin ich um 16 Uhr in Zürich, wo ist das Problem??", eben die etwas andere Denkweise, wenn der ICE nur noch eine bessere S-Bahn ist. BC100 sei Dank.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen zeigen, warum ich an einen Gott glaube, der sich um uns kümmert und uns nahe ist. Und wenn Sie das nicht glauben, dann hoffe ich, daß Sie zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen, daß es so sein könnte.
Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail.